Presse        Christian Kohler  
                 
                 
 

 
© Anna Schwarz

 

   

 
Orgelkapriolen zur Faschingszeit 2010
Pfarrkirche St. Nikolaus, Immenstadt


Eine kapriziöse Königin auf glattem Tanzparkett
Drei jungen Tastenlöwen gelingt in der Immenstädter Kirche St. Nikolaus ein musikalischer Spaß

… Jüngst gelang es Christian Kohler und seinem Freund Max Pöllner nunmehr schon zum zweiten Mal, die in ein barockes Gewand gekleidete, ehrwürdige, in der Immenstädter Pfarrkirche St. Nikolaus residierende Königin der Instrumente - den sittsamen Pfad der Kirchenmusik verlassend zu erstaunlichen musikalischen Luftsprüngen zu überreden.

Da konnte doch Christian Kohler die königliche Dame mit dem ins Blut gehenden „Fun Time Rag“ aufs glatte Tanzparkett locken und Max Pöllner amüsierte sie nicht nur bei dem „And(t)ante“ und dem folgenden „Anonkel“ aus der Suite für Trompetenuhr vom bis dato unbekannten Tonsetzer Vinzenz Plagiavsky.

Auch Königinnen lieben es, einmal überrascht zu werden. Diesem royalen Wunsch kamen Christian Kohler und Max Pöllner gern nach und offerierten eine sechsätzige „Suite improvisée“, die nach etlichen Liedzitaten (nach Publikumswünschen) schließlich von einer furiosen Frère-Jacques-Toccata, gefolgt von einer „grotesken“ Fuge gekrönt wurde. In der Suite kam nun auch Andrea Kumpe ins (Manual-)Spiel. Sie ließ sich von den Herren zum Mitspielen überreden, dämpfte den Faschingsübermut der jungen Künstler und verlieh bei Lefébures-Welys „Boléro de Concert“ dem ausgelassenen Programm durchaus seriösen Charakter.

Ein kunstvoll verpacktes Zitatenfeuerwerk von Bachs bekannter Toccata und Fuge d-Moll (BWV 565) bis zu der Widor-Toccata gab den Musikfreunden Rätsel auf oder ließ sie die Melodien erkennen.
Kurzum: Nach Stundenfrist endete in St. Nikolaus ein außergewöhnlicher musikalischer Spaß, veranstaltet von drei jungen Tastenlöwen, die die kapriziöse Königin der Instrumente souverän beherrschten. Bravo!

Allgäuer Zeitung, 5. Februar 2010


Konzert zur Orgelweihe
San Francisco de Asis, Las Palmas (Gran Canaria)


Acordes para los ángeles

Un pequeno museo de grandes órganos. Ésa es la intención del Cabildo grancanario, que lleva anos restaurando esos instrumentos musicales de iglesias de toda la Isla. Ayer tocó el turno al del templo capitalino de San Francisco de Asís, y hasta los personajes de los frescos parecían sonreír satisfechos.

Seguro que anoche a San Francisco de Asís se le puso el vello de punta cuando, en la iglesia que lleva su nombre junto a la alameda de Colón, en Las Palmas de Gran Canaria, comenzaron a sonar de manera magistral los primeros acordes del recién restaurado órgano, cuya puesta en marcha ha costado all Cabildo grancanario 198.000 euros.

Pero como dice la catedrática de Historia de la Música de la Universidad de La Laguna, Rosario Álvarez Martínez, no tiene precio volver a escuchar con nitidez „el sonido romántico“ que el aparato mecánico, „un órgano muy especial“, dice, regala a trevés de sus 14 registros y casi 600 tubos.

Con partituras de Alain, Bach, Mendelssohn, César Franck y Reger se reinauguró así este lunes, oficialmente, la pieza, datada en 1921.

Fueron Andrea Kumpe y Christian Kohler los encargados de interpretar las obras pero, unos minutos antes, y ante una iglesia casi completamente llena con motivo del concierto, la propia Álvarez, además del párroco, José Luis Guerra de Armas, y Ernesto Martín, director insular de patrimonio, destacaron, respectivamente, la importancia de la parroquia de Triana en la ruta de los órganos grancanarios, y cómo se había llevado a cabo su puesta en marcha, así como los planes futuros para este tipo de intervenciones.

Gunnar Schmid, el maestro responsable de la restauración de esta pieza, fabricada en el taller del vasco Aquilino Amenzúa e influenciado por la técnica del famoso organero francés Aristide Cavaille-Coll, estaba que no cabía en sí de júbilo. „Llevo dos días sin dormir, afinando“, confesaba „agotado pero muy feliz“, dijo, minutos antes de iniciarse el concierto, una delicia que se prolongó durante casi una hora y cautivó a todos los asistentes.

„Ha sido una experiencia maravillosa“, calificaba, poco después de conclur, una de las asistentes, María del Carmen de León, quien asegura no haberse perdido „ninguno de los conciertos de los siete órganos restaurados en Gran Canaria“.

„Quedan nueve más por restaurar“, anade la experta Rosario Álvarez, „y cuando lo estén, la isla se convertirá en un pequeno museo de grandes órganos“.

laprovincia - diaro de las palmas, 22. Dezember 2009


Gospels in der Scheune

Weit mehr als 200 Gäste kamen nach Haitzen in die Scheune von Manuela und Jürgen Wegmann zu einem Sommerkonzert mit dem Gospelchor „Good News“. Die erstaunlich gute Akustik überraschte dort Sänger, Chorleiter Christian Kohler und Zuhörer gleichermaßen.

Dass Kohler dem Grönenbacher Ensemble neue Ausdruckskraft verschafft, ist nicht zu überhören. Der dreißigjährige Musiker arbeitet mit dem Chor hart an Stimmbildung, exakter Artikulation und Atemtechnik. Er stellt hohe Ansprüche bezüglich Einsatzgenauigkeit, Tempi und Dynamik. Seine Geste ist unmissverständlich die des Chefs, auch wenn sein Jungencharme für eine lockere Atmosphäre und - besonders bei der Einsatzpanne des Abends - für Heiterkeit bei Sängern und Publikum sorgte.

Die ländliche Umgebung und die Dekoration aus Wiesenblumen und Kräutern passten zu Musik - eine Assoziation zu den Baumwollfeldern Amerikas, wo die Wurzeln von Gospel und Spiritual liegen. …
An Applaus, dem Brot der Künstler, gab es nach zwei Stunden reichlich, und die Begeisterung der Gäste spiegelte sich auch in den Spendenkörbchen wider.

Memminger Zeitung, 8. August 2009


"Chorprobe" im Theaterkästle Altusried

Wenn der Dirigent zum Diktator wird
Köstliche und amüsante "Chorprobe" bringt Publikum zum Lachen

Das Altusrieder Theaterkästle war am Samstag wieder einmal eine gute Adresse für einen unterhaltsamen Abend. Auf dem Programm stand "Chorprobe". Autor Dietmar Bittrich nimmt dabei mit viel Humor das deutsche Vereinswesen, die unterschiedlichen Charaktere und vor allem das kurzzeitige Zusammenleben der Menschen in Gruppen aufs Korn.
Unter der Regie von Hildegard Schwab-Heichele und der musikalischen Leitung von Christian Kohler, der auch als Pianist auftrat, wurde daraus ein vergnüglicher, mit viel Witz, Leidenschaft, Komik, Gaudi und gesanglicher Kompetenz gestalteter Theaterabend.

Aus Sonderlingen besteht der Chor, der auf der Theaterkästle-Bühne zu erleben ist: Lisa Hartenstein (als Sopranistin Gisela), Susi Weiber (als Altistin Barbara), Xaver Weiberg (als Tenor Klaus) und Franz Götz (als Bass Heinz) agieren einfach köstlich. [...] 

Das vorzügliche Pianospiel von Christian Kohler, der schöne Chorgesang der Mitglieder der Chorgemeinschaft Altusried, lustige Arrangements (etwa das Kinderlieder-Medley) und viele andere Einfälle erfreuten das Publikum. Fazit: Diese "Chorprobe" ist beschwingt, kurzweilig und animiert unweigerlich zum Lachen.

Allgäuer Zeitung, 24. Februar 2009 


Orgelkapriolen zur Faschingszeit 2009
Pfarrkirche St. Nikolaus, Immenstadt
 

Wenn Vögel fröhlich im Kirchenraum zwitschern
Christian Kohler und Max Pöllner bieten in Immenstadt
einen musikalischen Spaß mit hoher Tastenkunst

Verrückte Puppen tanzen im Kirchenschiff, ein Prosit wird ausgerufen, Allegro mit Tomate serviert und Vögel zwitschern fröhlich in St. Nikolaus. Doch keine Angst, das Gotteshaus wird nicht geschändet, die Königin der Instrumente nicht despektierlich behandelt, als Christian Kohler und Max Pöllner den Sakralraum mit etwas anderen Tönen erfüllen. Die Orgel hat, das darf in diesen Zeiten schließlich sein, kurz die Narrenkappe aufgesetzt und freut sich, dass frische Klänge durch die Pfeifen jagen. Und das gut bestückte Auditorium hat sich bald hineingehört in einen musikalischen Spaß der ganz besonderen Art: "Orgelkapriolen zur Faschingszeit" in Immenstadt.

Was Organisten, so hört man unter vorgehaltener Hand, allenfalls unter geflissentlichem Ausschluss der Öffentlichkeit in drögen Übestunden auf die Pedale legen, wird hier zum Konzert erhoben. Ganz seriös, denn Noten von Franz Lehrndorfer, einem der Stars der Organistenriege, liegen auf dem Pult, auch wenn, oder gerade weil, der die Bayernhymne zu wunderbaren Variationen verarbeitet hat. Und wüsste man als weiß-blauer Staatsbürger nicht um deren Bedeutung, ginge diese Interpretation glatt als Bestandteil der Musica Sacra durch. Und die den Briten heilige Hymne hat schließlich reichlich Feierliches zu bieten.

Die Variation an sich ist gerade für die Orgel alles andere als eine närrische Idee. Nahezu alle großen Komponisten haben ihr im freien Spiel gefrönt, sie in anerkannte Tonsetzungen gefasst. Pöllner und Kohler können sich als herausragende Talente der jungen Organistengeneration eindrucksvoll profilieren: Ihre Variationen, deren Themen teilweise sogar aus den Wünschen der Besucher spontan gewonnen wurden, zeugen von spieltechnischer Erhabenheit und wahrhaft kreativer Gestaltungskraft. Was launig-locker-leicht erklingt, ist hohe Tastenkunst, zeugt von einer durchaus werkgerechten Interpretation und vielfarbigen Registrierungen. Der Spaß hat eine fürwahr ernsthafte Grundlage - und wird damit zu einem wirklichen Vergnügen. Das Spiel mit Farben, der wilde Ritt durch Versatzstücke, der prickelnde Mix aus Hits der Klassik, steht für eine Riesenarbeit der beiden Organisten, puzzle-gleich launige Klanggemälde anzumischen und sie in einen heiteren Rahmen zu packen.

Da muss selbst der Faschingsmuffel grinsen, wie alle fröhlichen Christenmenschen. Prädikat: "Sehr zu empfehlen!"
 
Allgäuer Zeitung, 19. Februar 2009


Orgelimprovisationskonzert
an der spätromantischen Hindelang-Orgel
Pfarrkirche Obergünzburg
 
Christian Kohler improvisiert in Obergünzburg

Noch nicht ganz ein Jahr ist vergangen, dass in Obergünzburg mit Domspatzengesängen und Bischofssegen das Ende der Sanierungsarbeiten in St. Martin gefeiert wurde, und schon wieder gab es ein hochkarätiges Orgelkonzert auf der wunderbaren Hindelang-Orgel zu hören. Christian Kohler aus Dietmannsried gab ein Improvisationskonzert.

Neben romantischer und moderner Orgelliteratur, unter anderem von Andrew Wright und Alexander Courage, nahm vor allem die freie Improvisation einen breiten Raum ein. Der Organist hatte sich am Freitag für drei Stunden in die Kirche zurückgezogen, um die Klangfarben des Instrumentes zu studieren. Dies hatte sich in jedem Fall gelohnt, den die Orgel strahlte gerade in der fein abgestuften Registrierung eine Wärme und Klangschönheit aus, wie selten zuvor gehört. Das vom Kaufbeurer Orgelbauer Gunnar Schmid restaurierte Instrument kommt nach den Anfangslaunen immer besser in Fahrt.

René-Louis Beckers Toccata g-moll bildete einen schwungvollen Einstieg. Spritzig tanzten die Finger über die Tasten. Die sehr fingerfertige Begleitung rankte sich girlandengleich um die transparent vorgetragenen Themen. Das farbenprächtige Vorspiel passte perfekt zum herbstlichen Licht, das von außen den Kirchenraum beleuchtete.

Vom Komponisten Albert W. Ketèlbey stammte das Werk "Im Zauberland Ägypten", ein Geheimtipp für Organisten, die mit Registrier-Effekten arbeiten können. Bereits der raffinierte Einstieg fesselte: Wie aus dem Nichts einer Wüste die Karawane auftaucht, so entdeckten die Töne in ihrem orientalischen Gewand den Kirchenraum. Ein phantasievoller Schluss, bei dem der liegende Akkord immer wieder aufblühte wie ein groß angelegtes Feuerwerk, beendete ein wunderschönes Orgelwerk.

Von Christian Kohler selbst stammte die Improvisation "Das Cabinet des Prof. Bohumil Geist - Eine Stummfilm-Phantasie in 5 Bildern". Wieder gelangen durch Registerwahl und Art des Vortrages völlig neue Klangerlebnisse. Während der 1. Satz ("Incarnation") mit dramatischen Steigerungen aufwartete, bestimmten sphärisch-schwebende Klänge den 2. Satz ("Stille Nacht"). Im 3. Satz ("Valse triste") erschien die Orgel wie ein kleines Orchester, bei dem verschiedene Solisten die Melodie übernehmen. Ein markanter Schwerpunkt lud zum Walzer ein. Geradezu beklemmende Stimmung verbreitete Satz 4 ("Fegefeuer"), der mit einem auffallend harmlosen "Wer nur den lieben Gott lässt walten" eingeleitet wurde, wie wenn Engel ihre Harfen streicheln. Doch dramatisch steigerten sich die Klänge, durch angestochene Wiederholungen erzeugte der glänzend aufgelegte Organist ein bizarres Flimmern der Akkorde - dem Fegefeuer gleich.

Mitten im Programm stand die freie Improvisation Kohlers über Themen, welche die Zuhörer zu Beginn des Konzertes aufschreiben durften. Es war schon fast unheimlich, wie sich Kohler so spontan auf so kontroverse Themen einstellen konnte und aus dem Stegreif klangvolle und inspirierte Interpretationen erfand. Sein Spiel mit einzelnen Stilelementen brachte z. B. einen verjazzten Bi-Ba-Butzemann hervor, der wie im Rausch über die Tastatur fegte, eine expressionistisch verzerrte englische Nationalhymne oder "Freude, schöner Götterfunken" a là Widor. Ins Staunen gerieten die Zuhörer nebst Pfarrer Johannes Huber auch, als Kohler von Michael Schütz einen Salsa über ein Thema von J. S. Bach spielte.

Die Begeisterung über die hohe Spielkultur entlud sich am Ende in lange anhaltendem Applaus.

Allgäuer Zeitung, Oktober 2008


"Die Arche Noah"
mit Helga Greier (Kempten) und Christian Kohler (Schrattenbach)
Ev. Auferstehungskirche Pfronten (Allgäu)


Die Arche
Bibelwoche: Anschauliches und Interessantes
in der Auferstehungskirche und im Pfarrheim

[...] In der evangelischen Auferstehungskirche erlebten etwa 30 Kinder mitsamt Müttern und Großmüttern die Geschichte der Arche. Helga Greier aus Kempten und der Kirchenmusiker Christian Kohler aus Schrattenbach trugen sie anschaulich vor. Greier bezog in die phantasievolle Nacherzählung der biblischen Geschichte auch die Kinder ein, die zum Beispiel Tiergeräusche nachahmten. Kohler improvisierte dazu an der Orgel und schuf eine lebendige Stimmung, die die Erzählung unterstützte, aber auch immer wieder darüber hinaus wies. [...]

Allgäuer Zeitung, 20. Februar 2008


Heiteres Orgelkonzert am Faschingssonntag
mit Alexander Huhn, Christian Kohler und Max Pöllner
Basilika St. Lorenz, Kempten (Allgäu)


Drei Profis lassen Orgeln tanzen
Humorvolle Musik in der Basilika

Was einst als Geheimtipp begann - die von Harald Geerkens gegründete Reihe der Faschingskonzerte in der Basilika St. Lorenz - steht heute voll in der Gunst des Publikums. Sonntagnachmittag füllte sich wieder der Kirchenraum mit Besuchern, die die heiteren Seiten der Orgel erleben wollten, "simultan und sukzessiv" dargeboten von einem Trio junger Organisten.

Alexander Huhn (Würzburg), Christian Kohler (Schrattenbach) und Max Pöllner (Wien) würfelten U- und E-Musik gut aufgelegt und virtuos durcheinander, so dass die Zuhörer an den humorvollen Zitaten, Imitationen und Parodien ihre helle Freude haben konnten.

Die drei Orgel-Profis nahmen es spielerisch, was ihr Instrument an unvergleichlicher Geräuscherzeugung hergibt: In orchestraler Dimension, mit Paukenwirbeln unterlegt, erhob sich das Fanfarenthema aus "Also sprach Zarathustra" (Richard Strauss), dessen Pathos durch die Erkennungsmelodie der "Muppet Show" konterkariert wurde.

Ehrwürdige Meister, die einem musikalischen Spaß nicht abgeneigt waren wie Bach, Mozart oder Soler, wurden an der Hauptorgel und den beiden Chororgeln in einmal etwas anderen Klangfarben zitiert, wobei sich zu Mozarts Hornkonzert Franz Kiechle als Solist gesellte. Ein heiteres Ratespiel mit Fundstücken vom Kleinkinderlied bis zu Beethovens Fünfter bot "das geklauteste Stück aller Zeiten". An Mozarts Werke für eine Orgeluhr lehnte sich ein Komponist mit dem verdächtigen Namen Plagiavsky mit "Stücken für Trompetenuhr" an, in denen es sogar "un poco tolpaggiamente" und "molto penetrante" zuging.

Die drei Interpreten ließen die Orgel tanzen - im Walzertakt (Johann Strauß) und im Salsa-Rhythmus (Bach-Thema). Höhepunkt des inspirierten Teamworks waren die "Sinfonischen Skizzen über gegebene Themen", um die vor dem Konzert gebeten worden war. auch hier tummelten sich Ernst und Unterhaltung, wurde zu einer reizvollen Suite verbunden und mündeten in ein gewaltiges Orgel-Furioso. Die Drei spielten sich so in Fahrt, dass sie mit kurzweiligen Zugaben kaum zu bremsen waren. Die Hl. Hildegard schien dem humorvollen Spiel ihren Segen zu geben, als die letzten Sonnenstrahlen, wie ausgemessen, ihr Medaillon am Chor aufleuchten ließen.

Allgäuer Zeitung, 05. Februar 2008


Adventskonzert mit Orgel, Alphorn und Trompete
mit Franz Wandinger und Christian Kohler
Pfarrkirche Wuchzenhofen


Alphorn überrascht alle

Wuchzenhofen (sz) Ein Adventskonzert mit Orgel, Alphorn und Trompete: Diese ungewöhnliche Kombination hat zahlreiche Besucher in die Pfarrkirche Wuchzenhofen gelockt. Dort führten der Leutkircher Hobby-Musiker Franz Wandinger (Alphorn und Trompete) und der Konzertorganist Christian Kohler mit Augenzwinkern durch ein besinnlich-pfiffiges Programm. Klassisch im besten Sinne waren die Stücke für Trompete und Orgel von Purcell und Händel. Neu dabei: Die Musiker waren nicht auf der Empore versteckt, sondern standen im Chorraum. So bekamen die Konzertbesucher nicht nur etwas zu hören, sondern auch zu sehen.

Gelungene Improvisation

Christian Kohler brachte die eigens für diesen Zweck von Orgelbaumeister Martin Gegenbauer (Leutkirch) aufgestellte Truhenorgel zum Klingen und improvisierte darauf ein Stück im Stil der süddeutschen Pastoralmusik. Wer dem Alphorn bisher nur langgezogene Töne zugetraut hat, die mit gemütlicher Trägheit durch die Berge schallen, wurde eines Besseren belehrt. Mit flotten Volksmusik-Sätzen aus H. J. Sommers "Alphorn-Stubete" demonstrierte Franz Wandinger dem Publikum, wie wendig das Alphorn in seiner Melodieführung sein kann. Einfühlsam begleitet wurde er von Christian Kohler, der den spätromantischen Farbenreichtum der 1915 erbauten Späth-Orgel auskostete und sich als Meister der Improvisation zeigte. Kraftvoll, virtuos und einfallsreich variierte er das Lied "O Heiland, reiß die Himmel auf" und ließ die Melodie in ganz neuen Facetten erstrahlen. Dabei verschmolz er gekonnt und gehörfällig traditionelle Harmonik, Jazz und gemäßigte Moderne.

Beifall belohnt Musiker

Nach einer Bearbeitung von Bachs berühmten "Wachet auf, ruft uns die Stimme" für Orgel und Trompete und einem "Trumpet Movement" von John Stanley beschloss das Duo den Nachmittag mit einer gemeinsamen Improvisation: Zu Kohlers prächtiger Orgel-Toccata über "Tochter Sion" mischte Wandinger feine Rhythmen mit dem Tambourin. Für ihr erfrischend unkonventionelles Programm wurden die Musiker denn auch mit großem Beifall belohnt. Dass die Besucher immer wieder Gelegenheit hatten, in bekannte Adventslieder miteinzustimmen, trug zum Abwechslungsreichtum dieser kurzweiligen Stunde bei. Das Konzert fand übrigens auf Initiative von Orgelbaumeister Martin Gegenbauer statt, der in diesem Jahr das 25. Jubiläum seiner Werkstatt feiern kann.
 
Schwäbische Zeitung, 21. Dezember 2007


Lesung
mit Helga Greier, Franz Hartmann und Christian Kohler
Pfarrkirche St. Blasius, Dietmannsried


Wärmend, stärkend

"Ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel" - unter diesem Motto stand ein literarisch-musikalischer Abend in der Pfarrkirche Dietmannsried. Zu hören waren Texte und Musik aus verschiedenen Jahrtausenden, vorgetragen von der Kemptener Autorin und Rezitatorin Helga Greier sowie Franz Hartmann (Klarinette) und Christian Kohler (Orgel).

Allein durch ihre Erscheinung strahlt Greier eine fast schon meditative Ruhe aus und eine tief empfundene Fröhlichkeit. Die Bandbreite der Lesung spannte sich von Franz von Asissis "Sonnengesang" über Martin Luther Kings "Ich habe einen Traum" und Hermann Hesses "Stufen" bis hin zu Marie Luise Kaschnitz, Lothar Zenetti und Richard Exner. Greier schafft es, auch bekannte Texte mit bewegender Stimmung vorzutragen und sie lebendig werden zu lassen.

Die Musik von Hartmann und Kohler, einfühlsam und nuanciert vorgetragen, fügte sich wunderbar in die Thematik des Abends. [...] Musik, die einen sanft umhüllt wie eine weiche Daunendecke, die sich anfühlt wie warmer Sommerregen, und die durchweg eine ausgesprochene Festlichkeit, Freudigkeit und Helle ausstrahlt. Ein Abend, der den Geist stärkte und das Herz erwärmte.

Allgäuer Zeitung, 28. September 2007


Auf Endeckungstour
Centerville-Schüler erforschen Kirche

Christian Kohler kennt seine Orgel so gut wie die Hausfrau ihren Küchenschrank. Kein Wunder also, dass der Kirchenmusiker die Kinder in die Geheimnisse des Instrumentes einweihen und noch so verzwickte Fragen beantworten konnte. Nach dem Wissens-Parcours des vom Freistaat unterstützen und geförderten Pilotprojektes „Drittklässler und Denkmale“ haben die Schülerinnen und Schüler der Klassen 3a und 3b der Centerville-Schule jetzt ihre 70 Jahre alte Stadtpfarrkirche als Baudenkmal und Gesamtkunstwerk erforscht. …
Wie ist eigentlich eine Orgelpfeife aufgebaut? Wie bringt man sie zum Klingen? Und wie sieht die Königin der Instrumente in ihrem Inneren aus? Christian Kohler verstand es, die wissbegierigen Schüler zur Orgel und zur Kirchenmusik hinzuführen. …
Der Entdeckungstag klang mit einem Kinderorgelkonzert aus.

Augsburger Zeitung, 8. Juni 2007


Stummfilm mit Orgelimprovisation
"Die Passion der Jeanne d'Arc"
Stadtpfarrkirche St. Anton, Kempten


Unerhörte Spannung

Man muss schon einen starken Glauben haben, um die Erinnerung an diese dunkelste Phase kirchlicher Verirrung ohne heftigstes seelisches Bauchgrimmen auszuhalten. Noch dazu, wenn so ein Hexenprozess als expressiver Stummfilm in einer katholischen Kirche mit stimmungsverstärkender Orgelimprovisation gezeigt wird. [...]

Christian Kohler unterlegt die holzschnittartig-altersfaltigen, listig-verschlagenen, großmäulig auftrumpfenden und gnadenlos verdammenden Männergrimassen mit drohendem Orgelgrundton, fügt ein, zwei dissonante Faltentöne hinzu, lässt den Missklang anschwellen - den zuschauenden Hörer überläuft's eisig. [...]

Kohler schenkt [Jeanne] als Leitmotiv ein Stückchen "Minimal Music", zart und harmonisch im Flötenregister-Diskant aufklingend. Wild und drängend laut aber prallen die Grundmotive aufeinander, als sich Jeanne doch noch zum Widerspruch aufrafft. [...]

Lang müssen die hörenden Zuschauer die unerhörte Spannung aushalten - zum Himmel schreien Unmenschlichkeit der stummen Folterbilder und spätmittelalterliche Verblendung der eingeblendeten Dialoge. Innerlich kopfschüttelnd verlassen viele Gläubige dieses aufwühlende Stummfilm-Konzert. [...]

Allgäuer Zeitung, 24. April 2007


Orgelmusik zu vier Händen und zwei Orgeln
mit Christian Kohler und Max Pöllner 
Basilika St. Ulrich & Afra, Augsburg


Musik wider den Ernst 
Duo spielt ungewöhnliche Orgelmusik in der Basilika

(skn). Mit jugendlichem Übermut improvisierten die Organisten Christian Kohler und Max Pöllner. "30 Minuten Musik" in der Ulrichsbasilika waren so eine ungewöhnlich frische, konzertante Demonstration.

Ausgerechnet das allseits bekannte Lied vom Bi-Ba-Butzemann hatten sich die beiden für ihre Eingangsimprovisation ausgesucht. Als gründlich verstandenes "Concierto" im harmonischen Wettstreit alternierend, unterwarfen sie die schlichte Melodie souverän und traditionell gestalteten Spontan-Variationen. Auf der wie aus weiter Ferne tönenden Truhenorgel punktete der 27-jährige Christian Kohler mit einer ruhigen Moll-Version oder zierlichen Spieldosenvariante; am Hauptinstrument füllte der erst 19-jährige Max Pöllner in seiner fulminanten Schlußfuge und -stretta das Kirchengewölbe mit gewaltigen Klängen.

Ähnliche Kreativität sprudelte auch, nachdem Kohler mit der "Pavane" aus der "California Wine Suite" (1991) von Hans Uwe Hielscher (*1945) ein Loblied für den gehaltvollen Chardonnay "georgelt" hatte. Zuvor allerdings hatte sich das - im besten Sinne - witzige Duo zur vierhändigen Orgelversion von Mozarts "Andante mit fünf Variationen" G-Dur KV 501 formiert, das mit überzeugender Natürlichkeit dargeboten wurde.

Mit freudigem Tosen intonierte und variierte Kohler in seiner Stegreif-"Intrada ma non troppo" die Feiertagsmelodie "Freu dich, du Himmelskönigin". Diese formte er augenzwinkernd zu einem stilechten "Andante di Blues". Auch sein alternierend musizierender Orgelkollege Max Pöllner kleidete die Anbetungsweise auf derselben Orgel in fantasievoll angekündigte Ad-hoc-Wandlungen: Mal zum flockigen Scherzo, mal zum "Trio al dente" aufgelockert, mal - nach Olivier Messiaen - "Sine nomine (Misterioso)" verdunkelt und im Finale mit sämtlichen Registern als ohrenbetäubende "Toccata furiosa" endend.

Augsburger Allgemeine, 19. August 2006


Orgelkapriolen zum Faschingssonntag 2005
Pfarrkirche St. Blasius, Dietmannsried

Variantenreich und klangvoll
Christian Kohler überzeugt mit seinen Orgelkapriolen

[...] Welche Klänge Kohler hier der Orgel entlockte, war faszinierend. [...] Mit Abe Holzmann endete das beeindruckende Konzert in der vollbesetzten Pfarrkirche in Dietmannsried. Die begeisterten Zuhörer applaudierten frenetisch und ließen den Organisten natürlich nicht ohne Zugaben gehen. [...]

Allgäuer Zeitung, 09. Februar 2005


Orgelkonzert zu Epiphanias
Ev. Kirche St. Vitus-Kirche, Frickenhausen

Himmel swingt mit
Junger Organist spielte auf Sandtner-Orgel in Frickenhausen

[...] Diesmal hatte sich Pfarrer Herbert als der Schirmherr der Konzerte einen jungen Allgäuer Organisten geangelt, Christian Kohler aus Schrattenbach, der mit einem höchst unkonventionellen Konzert und Programm überraschte. Nach einleitenden romantischen Spielstücken, die Fröhliches in sich bargen, von Aiblinger und Grünberger, alles auf die relativ kleine Orgel zugeschnitten, wurde es schmissiger. Variationen über weihnachtliche Themen von Karl Lampart und Peter Planyavsky erklangen, fast tänzerische Einstige in weihnachtliches Liedgut. [...]

So konnte man sich genussvoll einem Programm hingeben, das mehr und mehr ins Swingen kam. Bei Michael Schütz und Johannes Matthias Michel wurden sogar Salsa und Ragtime-Töne angeschlagen, und es stand den Kirchenliedern nicht schlecht, auch in solchen Rhythmen daherzukommen. [...] Herzlicher Beifall erzwang nochmals den Salsa über das Weihnachtslied "Ich steh an deiner Krippen hier", so dass man das weihnachtliche Geburtsgeschehen einmal ganz anders betrachten konnte. Man schritt beschwingt von dannen, Frickenhausen war wieder einmal einen musikalischen Nachmittagsausflug wert.

Memminger Zeitung, 08. Januar 2005


Lesung mit Gedichten von Christian Morgenstern
mit Helga Greier (Rezitation) und Christian Kohler (Klavier)
Kulturwerkstatt Sonthofen


Mit Schnupfen-Versen
Kurzweiliger, tiefer Blick in das Universum Morgensterns

[...] Dort hatte die Kemptnerin Helga Greier zu Lyrischem geladen und ihr Programm mit feiner Klaviermusik bereichert, die Christian Kohler beitrug. [...] Und immer wieder verband Christian Kohler die Gedichtgruppen mit einfühlsamen Improvisationen über bekannte Jazz-Motive. Inspiriert von Vortrag und Inhalt der Gedichte gelang ihm jedes Mal ein absolut überzeugender Nachklang, mal munter-frech, mal träumerisch, auch mal versonnen mit einem Schatten Schwermut. [...] Das ganze derart kurzweilig, dass das Publikum gegen allen Brauch bei Lyrikprogrammen auf eine Zugabe bestand - und belohnt wurde.

Allgäuer Zeitung, 2004


"Stabat Mater" von G. B. Pergolesi
mit Martina Dorn (Sopran), Eva Brunner (Alt)
Kath. Pfarrkirche St. Agatha, Kimratshofen

Stunde der Besinnung

[...] Christian Kohler stellte das 1734 entstandene Werk in den Mittelpunkt eines Passionskonzertes und schuf mit einer beeindruckenden Wiedergabe eine Stunde der Besinnung und Andacht in vorösterlicher Zeit. [...]

Allgäuer Zeitung, 31. März 2004


Dichterlicher Frühschoppen mit Helga Greier (Rezitation) und Christian Kohler (Klavier) - Kulturwerkstatt Sonthofen

Der Schalk sitzt ihr im Nacken

[...] "Liederlich" wurde die Dichterin unterstützt von dem jungen Pianisten Christian Kohler, der mit swingenden, jazzigen Rhythmen von Ragtime bis zur Salonmusik das Publikum ebenso gut zu unterhalten verstand wie die Poetin. [...] Christian Kohler greift nicht nur beherzt in die Tasten des Flügels, sondern greift auch die Stimmung des Gelesenen auf und formte mit seinem Können die ganze Lesung zu einer sehr unterhaltsamen Einheit, deren Kurzweiligkeit allen erst im viel zu rasch erreichten Schluss bewusst wurde.

Allgäuer Zeitung, 27. Februar 2004


Konzert zur Fastenzeit
mit Eva Brunner (Alt), Helga Greier (Rezitation)
und Christian Kohler (Orgel)
Kath. Pfarrkirche Maria Königin der Apostel, Kempten-Hegge


Geheimnisvoll leise
Meditative Mischung beim Konzert in der Fastenzeit 

[...] Rezitationen wechselten mit freien Improvisationen von Christian Kohler an der Orgel, der meist geheimnisvoll leise begann. Stetig steigerte der Musiker die Spannung, die sich in den vorgetragenen Dichtungen von Heinz Kahlau oder Nikolaus Lenau langsam aufgebaut hatten. Es waren Bilder von stillen Landschaften, einsamen Abenden und innerlich tief empfundenen Gedanken über des Lebens Sinn. [...] Die Auswahl von Helga Greier war stimmig und das Zusammenspiel zwischen Orgel, Gesang und Sprache fand intensive Zustimmung unter den Besuchern des Konzertes in der Fastenzeit.

Allgäuer Zeitung, 25. Februar 2004


Benefizkonzert "Von Katzenorgeln und Engelszungen"
Kath. Pfarrkirche St. Agatha, Kimratshofen


Von Engelszungen

Mit einem Programm, das den strengen Kanon der Geistlichen Musik keck unterlief, veranstaltete der Ökumenische Chor Kimratshofen ein Konzert zu Gunsten der Orgelrenovierung. [...] Kirchenmusiker Christian Kohler und der Ökumenische Chor hatten sich Gesangs- und Instrumentalsolisten aus dem Allgäu eingeladen.

Der Titel "Von Katzenorgeln und Engelszungen" ließ schon vermuten, dass hier der gedankliche Bogen weit gespannt war - vom Lob Gottes und seiner Schöpfung am Vorabend des Erntedankfestes über ein musikalisch-heiteres "Tierleben" bis zu Wünschen und Hoffnungen der Menschen, die alle diesem Kosmos zugehören. An dem dem denkmalgeschützten Instrument selbst zündete Christian Kohler "rhythm" [...]

Nicht nur das mit viel Freude an der Musik präsentierte Programm, auch ein kleiner geselliger Ausklang dürfte den Reparaturkosten für die Orgel wieder einige Scherflein zugetragen haben.

Allgäuer Zeitung, 08. Oktober 2003


Orgelkonzert "S(w)inget dem Herrn"
Kath. Pfarrkirche Maria Königin der Apostel, Kempten-Hegge

Schmunzeln über Unerhörtes
Barock und Boogie in Hegge

Hegge (wh) Unerhört: Barock und Boogie - und das in der Fastenzeit! Trotzdem kamen zahlreiche Zuhörer in die Kirche nach Hegge. Weshalb soll die Musik, die von zahlreichen Menschen geschätzt wird, draußen vor der Kirche bleiben? Liebt Gott nur Bach? Ist nicht ein Teil dieser Musik in den baptistischen Kirchen der Afroamerikaner entstanden? Es war nicht zu glauben, wie jeder, als das Lied "Gib uns Frieden jeden Tag" als Boogie gespielt wurde, spürte, wie viel Hoffnung darin enthalten ist.

Geschickt registrierte Organist Christian Kohler die Werke, ließ Flöten trillern oder Saxophone erklingen. Da tauchten Bilder von Straßenmusikern und Cafés mit Hammondorgeln auf, Momente eines stillen Glücks. [...] Viele verließen schmunzelnd dieses heitere Orgelkonzert. 

Allgäuer Zeitung, 22.März 2003


Mit der Orgel den Spielraum des Stummfilms ausgelotet
Pfarrei St. Anton präsentiert Friedrich W. Murnaus „Faust“

Im Rahmen der „Zeitgenössischen Kirchenmusiktage“ lud die Pfarrei St. Anton zu einer Aufführung des Stummfilm-Klassikers „Faust - Eine deutsche Volkssage“ von Friedrich W. Murnau aus dem Jahre 1926 ein. Wie in jener Ära üblich, wurde die Vorführung durch Musik untermalt, jedoch nicht durch das früher gebräuchliche Klavier oder ein Orchester, sondern durch das dem Kirchenraum eigene Instrument, die Orgel - eine Seltenheit in der Allgäuer Kulturlandschaft.

… Christian Kohler verstand es meisterhaft, den beträchtlichen musikalischen Spielraum des Films auszuloten. Mit sekundengenauer Bestimmung den szenischen Wechseln folgend, fing der von der ersten bis zur letzten Minute die jeweiligen Stimmungen des Films ein und übertrug diese mit suggestiver Kraft auf die Zuhörer: Die grüblerische Seele Faust, die Heimtücke und Verschlagenheit Mephistos, die Unschuld des Gretchen - die durchzogen als immer wiederkehrende Leitmotive die Musik. ... Selbst nach eindreiviertel Stunden ermüdete Kohlers immenser Einfallsreichtum nicht. ...

Erstaunlich, mit welch raffinierten und erzählfreudigen Mitteln der Fauststoff von Murnau umgesetzt wurde. Dessen Quintessenz: Die Liebe ist die einzige Kraft zur Erlösung. Dass Faust dafür mit seinem Leben einsteht, macht Murnaus Werk zu einem Botschafter der Liebe über alle ethischen und religiösen Grenzen hinweg. Minutenlange Stille und schließlich begeisterter Applaus zeigten die tiefe Ergriffenheit des Publikums.

Allgäuer Zeitung, 26. Mai 2001


"Der Müde Tod"
Orgelimprovisation zum Stummfilm von Fritz Lang
Evang. St. Mang-Kirche, Kempten

Gelungene Symbiose zwischen Film und Musik
Benefiz-Veranstaltung für Hospiz in der St.-Mang-Kirche

Ein Novum und zugleich ein Wagnis in der Kemptener Kulturlandschaft, zu dem man alle Verantwortlichen und Ausführenden nur beglückwünschen kann. [...] Herausragend an diesem Abend die Leistung des jungen Organisten Christian Kohler aus Schrattenbach. Er verstand es trefflich, von der ersten bis zur letzten Minute die jeweiligen Stimmungen des Films eindrucksvoll einzufangen und somit den Inhalt auch akustisch den Zuschauern nahe zubringen. Der Tod als wiederkehrendes Leitmotiv im Pedal, die heitere Stimmung im Wirtshaus, das Kokettieren der sich Liebenden, die Dramatik des Spitalbrandes - alle Szenen wurden detailliert und liebevoll umgesetzt. Die Symbiose zwischen Film und Musik durfte als gelungen angesehen werden.

Kohlers Improvisationskunst basiert auf einem breiten Maß an Einfallsreichtum, wobei Motive aus der Musikliteratur durchaus miteinbezogen wurden, ebenso wie seine beachtliche Technik, die in den "Toccaten" durchschimmerte. [...]

Allgäuer Zeitung, 29. Februar 1999

       
  
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